09.11.2010
Diskussion zum Bürgerbus in Höhr-Grenzhausen

Bürgermeister Thilo Becker Nach Einschätzung von Bürgermeister Thilo Becker ist der öffentliche Nahverkehr in der Verbandsgemeinde Höhr-Grenzhausen an Wochentagen mit 106 Bussen attraktiv. "Probleme gibt es vor allem am Wochenende und mit den Linien in die einzelnen Ortsgemeinden", so Becker bei einer Informationsveranstaltung zu neuen Mobilitätsformen. Zu der Veranstaltung hatte der Bürgermeister der Verbandgemeinde zwei Referenten eingeladen. Holger Jansen betreut derzeit das Projekt Bürgerbusse Rheinland-Pfalz. Janessa Pelk ist bei der Verbandsgemeinde Katzenelnbogen für den Einrich-Bus zuständig. "Die Voraussetzungen für einen Bürgerbus in Höhr-Grenzhausen sind sehr gut", betont Holger Jansen, wissenschaftlicher Mitarbeiter des nexus Instituts in seinem Vortrag. Mit knapp 14.000 Einwohnern und vier Gemeinden gibt es ausreichend Potenzial für einen Bürgerbus. Struktur und Verkehrsbedürfnisse zwischen den Ortsgemeinden sind überschaubar. Höhr-Grenzhausen ist nach Koblenz ausgerichtet. "Die Hauptlinie nach Vallendar wird auch künftig der Linienbus übernehmen. Der Bürgerbus ergänzt das bestehende Netz und verbindet einzelne Gemeinden mit der Kernstadt", betont Jansen. In Höhr-Grenzhausen gibt es Ärzte, Einkaufsmöglichkeiten, die Post, Banken und die Verbandsgemeindeverwaltung. Ein Bürgerbus setzt auf das ehrenamtliche Engagement.

Die Verbandsgemeinde Katzenelnbogen entschied sich beim Einrich-Bus für einen anderen Weg. "Wir haben zwei Fahrer fest eingestellt und beschäftigen weitere fünf auf 400 Euro-Basis", erklärt Janessa Pelk. Da der Bus täglich intensiv genutzt wird konnte das Angebot nach Auffassung des Bürgermeisters nicht ehrenamtlich betrieben werden. "Wir haben die Mietwagenunternehmen gefragt, ob sie mit uns kooperieren wollen. Sie hatten selbst genügend Fahrten, so dass wir als Verbandgemeinde der alleinige Träger sind", sagt Janessa Pelk. Gestartet ist das Projekt im August 2009, die Genehmigung für den Betrieb gilt bis 2018. Der Einrich-Bus fährt die 20 Ortsgemeinden und die Stadt Katzenelnbogen an.

Die rund 20 Bürgerinnen und Bürger diskutierten im CeraTechCenter intensiv über die Chancen eines Bürgerbusses. Zwei Taxiunternehmen aus der Region befürchten, dass ein Bürgerbus ihnen Kunden wegnimmt. "Das ist nicht unser Ziel", betont Thilo Becker. "Wir wollen das Angebot im öffentlichen Verkehr für die Bürger verbessern. Was dabei genau herauskommt wissen wir heute noch nicht", so Becker weiter. Eine Projektgruppe soll jetzt Ideen entwickeln und Vorschläge erarbeiten. Die Mitarbeit in der Gruppe ist jederzeit möglich. Interessierte melden sich bitte bei der Verbandsgemeindeverwaltung.

06.12.2010
Diskussion zum Bürgerbus Höhr-Grenzhausen wird in Projektgruppe fortgesetzt

Die bereits begonnene Diskussion zum Bürgerbus in Höhr-Grenzhausen (Westerwaldkreis) wird fortgesetzt. Am 7. Dezember 2010 lädt Bürgermsiter Thilo Becker um 17.30 Uhr in das Rathaus der Verbandsgemeinde ein. Aus dem Projektteam wird Gesa Kobs an der Besprechung teilnehmen und insbesondere zur Ausgestaltung eines Fragebogens beraten, mit dem der Bedarf für einen Bürgerbus ermittelt werden könnte.

07.12.2010
Projekt Bürgerbus im Fachforum 2 bei 6. Seniorenkongress in Mainz vorgestellt

Sozialministerin Malu Dreyer begrüßt die 1500 Seniorinnen und Senioren in der Mainzer Rheingold-Halle. Foto: Holger Jansen/nexus/Projekt Bürgerbus Rheinland-Pfalz Was verbindet einen Bürgerbus, einen Fitnessparcours und die Volkshochschule? Drei Referenten präsentierten diese drei Themen im Forum 2 "Mobil und Fit im Alter" auf dem 6. Seniorenkongress des Landes Rheinland-Pfalz in Mainz. Als Moderator leitete Michael Schué aus dem Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau die Diskussion. "Der Bürgerbus kann den regulären öffentlichen Verkehr ergänzen", erklärte Holger Jansen vom nexus Institut in seinem Vortrag. Dazu gebe es zwei Ansätze: Der Bürgerbus verbindet einzelne Ortsgemeinden mit der Verbandgemeinde. Bei größeren Orten verbindet ein Kleinbus die außenliegenden Ortsteile mit der Kernstadt. Ein Bürgerbus lebt vor allem vom Engagement der Menschen vor Ort und kann deshalb auch gezielt deren Bedürfnisse berücksichtigten. Der Bürgerbus ist ein ehrenamtlich betriebener Kleinbus mit acht Fahrgastplätzen.

"Wir kommen aus dem Landkreis Bitburg-Prüm, da würde das mit einem Bürgerbus bestimmt nicht funktionieren", stellte ein Besucher des Forums in der Diskussion fest. "Ganz so stimmt das nicht", betonte Jansen, "denn schließlich gibt es in Rheinland-Pfalz aktuell zehn Bürgerbusse mit steigender Tendenz. Die ältesten Projekte bestehen schon seit 1996, die beiden jüngsten gingen 2010 an den Start." Von der ersten Idee bis zum Betrieb müssen jedoch einige Voraussetzungen beachtet werden. Dazu hilft das vom Land geförderte Projekt, das lokale Initiativen und Gruppen kostenlos berät.

Holger Jansen nexus - Vortrag im Fachforum 2 Mobil und Fit im Alter Projekt Bürgerbus Rheinland-PfalzUnter dem Motto "Fitnessparcours für Jung und Alt?" stellte Prof. Grit Hottenträger von der Hochschule Rhein-Main die Ergebnisse einer Untersuchung von neun verschiedenen Anlagen vor. Die Wissenschaftler beobachteten und analysierten verschiedene Nutzertypen. Das hilft Kommunen, die sich für einen Parcours interessieren. Im Vortrag unter dem Motto "Die Volkshochschule kommt ins Haus" stellte Frederick Schulz von der Technischen Universität Kaiserslautern Details aus dem Projekt "LEA – Lernend Altern" vor. Dabei geht es vor allem und die Weiterentwicklung bestehender Technik für ältere Menschen. Anlass für das Projekt ist unter anderem die Tatsache, dass nur noch 13 Prozent der Menschen ab 65 Weiterbildungsangebote besuchen.

Zuvor hatten Ministerpräsident Kurt Beck (SPD) und Sozialministerin Malu Dreyer (SPD) die rund 1.500 Seniorinnen und Senioren in der Mainzer Rheingoldhalle begrüßt. Beide luden zur Mitarbeit am Landesaktionsplan "Gut leben im Alter" ein. "Wir wollen, dass alle Menschen in Rheinland-Pfalz auch im Alter gut leben können, unabhängig davon, ob sie aktiv und fit sind oder Unterstützung brauchen", sagten Beck und Dreyer. Die Landesregierung tritt für ein neues Miteinander der Generationen ein, das von gegenseitigem Respekt und gegenseitiger Unterstützung getragen wird. Der von der Landesregierung ausgerichtete 6. Seniorenkongress ist der Auftakt für den Dialog zum Landesaktionsplan. Das Programm bestand aus Gesprächsrunden, verschiedenen Foren und dem Markt der Möglichkeiten.

Linktipp: Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie