03.02.2010
Zum Projektauftakt "Bürgerbusse Rheinland-Pfalz"

Rheinland-Pfalz hat in der Vergangenheit den öffentlichen Verkehr gestärkt. Der "Rheinland-Pfalz-Takt" im Nahverkehr auf der Schiene und die Regiobuslinien sowie die Einrichtung von Verkehrsverbünden verbesserten das Angebot deutlich. Mit dem Projekt "Bürgerbusse Rheinland-Pfalz" soll der öffentliche Verkehr in der Region weiter gestärkt werden. Es geht vor allem darum, bürgerschaftliches Engagement mit dem bestehenden Angebot im öffentlichen Verkehr zu verknüpfen. ...mehr (externer Link)

03.03.2010
Präsentation in der Raiffeisenregion

Martin Schiefelbusch vom Institut nexus und dem Projektteam Bürgerbusse Rheinland-Pfalz präsentiert in Flammersfeld Details zum Bürgerbus-Projekt Rheinland-Pfalz. Die Verbandsgemeinde hat sich mit drei Nachbargemeinden zur Raiffeisen-Region zusammengeschlossen. Die Region liegt im ländlich geprägten Wetserwald.In der Raiffeiesen-Region ist Mobilität ein wichtiges Thema. Am 26. Februar 2010 stellte Martin Schiefelbusch mit dem Regionalmanagement verschiedene Ideen vor. In der Diskussion stellte sich heraus, dass es in der Raiffeisen-Region weniger darauf ankommen wird, das vorhandene ÖPNV-Angebot entlang der B 256 zu verbessern, sondern gezielt Fahrangebote von den kleinen Orten hin zu den größeren Orten mit Einkaufs- und Ärzteangebot zu schaffen. Sind Bürgerbusse oder individuelle Mitfahrgelegenheiten über eine besser zu organisierende Nachbarschaftshilfe die beste Lösung? Klar wurde, dass hierfür zunächst der Bedarf (Art und Frequenz) eines den ÖPNV ergänzenden Fahrdienst-Angebotes in der Region geklärt werden muss.

Die vier Verbandsgemeinden Dierdorf, Flammersfeld, Puderbach und Rengsdorf arbeiten seit Sommer 2006 im Regionalmanagement (RM) zusammen. Im RM werden 3 - 5 Jahre lang zusammen mit der Bevölkerung und anderen Akteuren in der Region Entwicklungsprojekte initiiert, organisiert und in der Umsetzungsphase begleitet.

Lesen Sie hier die Pressemitteilung (pdf)

02.04.2010
Schulung in Wittlich

Am 20. April 2010 präsentiert Martin Schiefelbusch bei einer Schulungsveranstaltung in Wittlich. Motto: "Beziehungen zwischen Bürgerbus - Kommune - ÖPNV". Veranstalter ist die Akademie Ländlicher Raum Rheinland-Pfalz. ...mehr (pdf)

27.04.2010
Vortrag in Wittlich - Projektteam stellt Bürgerbus-Details bei Akademie-Tagung vor

Martin Schiefelbusch nexus Institut Mit einem Bürgerbus kann der bestehende öffentliche Verkehr sinnvoll ergänzt werden. "Es gibt verschiedene Konzepte für bürgerschaftliches Engagement beim öffentlichen Verkehr", betont Martin Schiefelbusch vom nexus Institut. Die meisten der in Deutschland verkehrenden Bürgerbusse verbinden ländliche Gemeinden mit einem zentralen Ort. "Dort sind wichtige Dienstleistungen wie Ärzte oder Einkaufsmöglichkeiten vorhanden", sagt Schiefelbusch bei der Tagung der Akademie Ländlicher Raum im rheinland-pfälzischen Wittlich.

Erster Schritt für Initiativen vor Ort ist der Kontakt zum lokalen Verkehrsunternehmen. "Öffentlicher Verkehr ist genehmigungspflichtig", betont Helmut Eberhard vom Landesbetrieb Mobilität. Eine Zusammenarbeit mit dem örtlichen Verkehrsunternehmen ist deshalb sinnvoll. Das Verkehrsunternehmen verfügt über Erfahrungen, wie ein neues Angebot geplant werden soll. Und es kann in Abstimmung mit den aktiven Bürgern den Antrag zur Genehmigung stellen.

"Wir betreiben zwar derzeit keinen eigenen Bürgerbus, stehen aber für eine Zusammenarbeit zur Verfügung", betont Timo Henes, Leiter der Niederlassung Simmern der Rhein-Mosel Verkehrsgesellschaft. Das zur Deutschen Bahn gehörende Unternehmen betreibt derzeit 200 Buslinien in 12 Landkreisen sowie in Koblenz und Trier. Als Vorteil einer Zusammenarbeit sieht Henes vor allem, dass Fahrplan, Tarife und Marketing für einen Bürgerbus in das schon bestehende System eingegliedert werden können.

Etwa 60 Gäste folgten in Wittlich den Informationen zum Bürgerbus Rheinland-Pfalz und zum öffentlichen Verkehr im Land insgesamt. Ein Vortrag war von Martin Schiefelbusch, Holger Jansen aus dem Projektteam Bürgerbusse Rheinland-Pfalz war ebenfalls vor Ort. Foto: Holger Jansen/nexusGute Beispiele für eine Kooperation zum Nutzen der Bürger gibt es in Nordrhein-Westfalen. Dort sind inzwischen rund 90 Bürgerbusinitiativen aktiv. Der älteste Bürgerbus rollt seit 1985 im münsterländischen Heek. Das Land fördert jeden Bürgerbusverein mit 5.000 Euro pro Jahr. Neue Fahrzeuge können mit 32.000 Euro bezuschusst werden. "Bisher sind nur zwei Projekte wieder eingestellt worden", erläutert Franz Heckens, Vorsitzender des Vereins "Pro Bürgerbus NRW". Der Verein versteht sich als Dachverband der lokalen Initiativen.

Eingeladen nach Wittlich hatte die Akademie Ländlicher Raum. Die Institution bietet im Jahr 2010 etwa 15 Schulungen zu verschiedenen Themen zum ländlichen Raum in Rheinland-Pfalz an. In Wittlich folgten am 20. April rund 60 Gäste der Einladung. Das Team des Projektes Bürgerbusse lädt zu einer weiteren Veranstaltung am 31. Mai 2010 in das westpfälzische Geiselberg (Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben).

Linktipps:
Präsentation (pdf, 1,1 MB)
Einladung 31. Mai 2010 Geiselberg (pdf)
Akademie Ländlicher Raum Rheinland-Pfalz

27.04.2010
Einladung nach Geiselberg

Wir laden zu einem Tagesworkshop ein am Montag, 31. Mai 2010, nach 67715 Geiselberg (Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben), Bürgerhaus, Am Breitenstein, von 9.45 bis 18 Uhr.

18.05.2010
Bürgerbus im Oberen Kyrbachtal wird ab Mai 2010 rollen

Der Bürgerbus im Oberen Kyrbachtal verbindet die Orte rund um Kirchberg. Dazu gehört auch Ober Kostenz, dessen Ortseingangsschild Holger Jansen aus dem Bürgerbus-Team Rheinland-Pfalz im April 2010 fotografierte. Foto: Holger Jansen/nexus Ab Mai soll im Oberen Kyrbachtal der Bürgerbus fahren. "Damit helfen wir allen Menschen, die zum Arzt müssen oder in Kirchberg einkaufen wollen", sagt Gerd Schreiner, Ortsbürgermeister von Ober Kostenz. Gemeinsam mit Andreas Nehls, evangelischer Pfarrer der Kirchengemeinde Ober Kostenz und vielen engagierten Bürgern steht das Projekt Bürgerbus jetzt kurz vor dem Start.

Der demografische Wandel macht auch vor dem romantischen Oberen Kyrbachtal nicht halt. "Ende der 1990er-Jahre habe ich die Veränderungen in unseren Dörfern gesehen", betont Andreas Nehls, der seit 1996 als Pfarrer die Gemeinde in Ober Kostenz betreut. Bürgermeister Gerd Schreiner ist seit 17 Jahren im Ort aktiv - davon im fünften Jahr als Bürgermeister. "2007 war uns klar: Wir packen die Themen gemeinsam an", erklären Schreiner und Nehls übereinstimmend. Die zentrale Frage war: Wie kann die Lebensqualität in kleineren Orten im ländlichen Raum verbessert werden? Im Februar 2008 folgte eine Veranstaltung im Gemeindehaus Ober Kostenz mit über 100 interessierten Bürgern.

Ein Thema war Mobilität im ländlichen Raum. Nach der Veranstaltung erstellte Pfarrer Nehls einen Fragebogen für die Einwohner im Oberen Kyrbachtal. Von den 750 Fragebögen mit 50 Fragen an die Wohnbevölkerung über 18 Jahren kamen 500 zurück – ein Quote von 66 Prozent. Mobilität war dabei mit Abstand das am häufigsten genannte Thema. Aus den genannten Themen entwickelten die aktiven Bürger zunächst vier Projekte. Das "Café Mittendrin und Mittagstisch", den "Oma-Opa-Kinder-Dienst", Unterstützung bei Behördengängen und schließlich "Mobilität und Fahrdienste".

Andreas Nehls, evangelischer Pfarrer (li.) und Gerd Schreiner, Ortsbürgermeister von Ober Kostenz (re.). Foto: Holger Jansen/nexusIm Mai 2009 präsentierten die Aktiven beim Gemeindetag die Pläne für eine verbesserte Mobilität. Danach vergaben die beteiligten Gemeinden einen Auftrag für einen externen Moderator. Nach sechs Sitzungen stand im Januar 2010 das Konzept für den Bürgerbus. "Ich hätte nicht gedacht, dass wir so schnell so weit kommen", sagt Bürgermeister Gerd Schreiner heute. Der 54-Jährige übernahm den Vorsitz des neu gegründeten Trägervereins "Bürgergemeinschaft Oberes Kyrbachtal e.V." Der Verein betreut neben dem Bürgerbus auch die anderen Projekte. Gründer des Vereins sind die Gemeinden Kludenbach, Nieder Kostenz, Ober Kostenz, Schwarzen, Todenroth, die evangelische Gemeinde Ober Kostenz und einige Einzelpersonen. Zweiter Vorsitzender ist Ortsbürgermeister Harald Gewehr aus Nieder Kostenz, Schriftführer Pfarrer Andreas Nehls. Ehrenamtliche Fahrer wurden per Handzettel geworben. Aus etwa 30 Anfragen konnten elf Personen dauerhaft für die Aufgabe gewonnen werden.

Die letzten Hürden für den erforderlichen Personenbeförderungsschein sind inzwischen genommen. Diesen Vorgang betreute der Bürgermeister aus Nieder Kostenz, Harald Gewehr. Der Antrag für die Genehmigung zum Bürgerbusbetrieb liegt beim Landesbetrieb Mobilität in Koblenz. "Das war alles sehr unproblematisch, man hat uns sehr gut unterstützt", betont Schreiner. Die endgültige Genehmigung steht noch aus.

Und das Fahrzeug? Auch dafür fanden die Aktiven eine einfache Lösung. In Kirchberg gab die Diakonie-Sozialstation einen Seniorenbus ab. Nach einer kleinen Reparatur wird das Fahrzeug jetzt der Bürgerbus im Oberen Kyrbachtal. Der Fahrplan ist auf das Mittelzentrum Kirchberg ausgerichtet. Am Dienstag fährt der Bürgerbus früh, am Freitag etwas später. So können am Dienstag die Ärzte erreicht werden, am Freitag könnte eher der Einkauf anstehen. Dazu fährt der Bus in einer Schleife die einzelnen Orte an. Angedacht sind auch eine sonntägliche Gottesdienstlinie sowie Sonderfahrten zu besonderen Veranstaltungen innerhalb der Ortschaften des Oberen Kyrbachtals.

Der Fahrpreis steht noch nicht endgültig fest. Der bestehende Verbundtarif ist ungünstig, da der Tarif aus Waben besteht, die für die beteiligten Orte nicht gut geschnitten sind. Deshalb wird sich der Tarif an den bestehenden Fahrpreisen orientieren, aber die lokalen Besonderheiten berücksichtigen. Da der Trägerverein selbst die Genehmigung beantragt hat besteht bei den Fahrpreisen ein gewisser Spielraum. Für die Werbung auf dem Fahrzeug sind lokale Unternehmen gefunden. Ein Flyer wird in Kürze das Projekt vorstellen.

Am 2. Mai 2010 wurde der Bürgerbus von Pfarrer Andreas Nehls, Pfarrerin Karin Heß-Stoffel und Pastor Ludwig Krag mit einem ökumenischen Gottesdienst offiziell eingeführt. "Das Besondere war, dass hier fünf politische Gemeinden und die evangelische Kirche über Ortsgrenzen hinweg erfolgreich zusammengearbeitet haben", stellt der 46-jährige Pfarrer fest. So wird die Lebensqualität auf dem Land verbessert – nach dem Motto des Oberen Kyrbachtals "Leben, wo ich leben will!"

Der Bürgerbus Oberes Kyrbachtal auf einen Blick
Träger: Bürgergemeinschaft Oberes Kyrbachtal e. V.Der Bürgerbus im Oberen Kyrbachtal stand im April 2010 schon zur Verfügung. Die Werbung war allerdings noch nicht aufgeklebt. Holger Jansen fotografierte den Bürgerbus in Ober Kostenz. Genehmigungsinhaber/Antragsteller: Trägerverein
Akteure: Fünf politische Gemeinden und evangelische Kirchengemeinde
Ehrenamtliche Fahrer: 11
Betriebstage: 3 (Dienstag, Mittwoch und Freitag)
Fahrzeug: VW-Bus mit 8 Sitzplätzen und Fahrer
Betriebsaufnahme: September 2010
Genehmigungsbehörde: Landesbetrieb Mobilität (LBM), Koblenz

Nachtrag vom 06.10.2010: Der Bürgerbus nahm am 21. September 2010 den Betrieb auf und verkehrt an drei Tagen in der Woche.

Linktipp: Webseite Bürgergemeinschaft Oberes Kyrbachtal
Text und Bilder: Holger Jansen/nexus
Letzte Änderung: 08.11.2010

27.05.2010
Staatssekretär Alexander Schweitzer kommt nach Geiselberg

Staatssekretär Alexander Schweitzer, MdL, Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau, wird von 12 bis 13 Uhr an der Veranstaltung teilnehmen. Vertreter der Medien sind zum Pressegespräch ab 12 Uhr eingeladen.