02.09.2014
Seit über drei Jahren verlässlich in Betrieb: Einkaufsbus in Nierstein

Der Einkaufsbus der Stadt Nierstein verbindet seit Mai 2011 die Innenstadt mit den umliegenden Einkaufsmärkten. Immer am Montag und am Donnerstag verbindet der Bus mit Fahrer Helmut Sander Nierstein und Schwabsburg mit den Einkaufsmärkten am Stadtrand an der B 420. Foto: Stadt Nierstein Seit über drei Jahren gibt es in der Stadt Nierstein einen Einkaufsbus – und im Mai 2014 wurde ein neues Fahrzeug in Betrieb genommen. Immer montags und donnerstags verbindet der Bus das Stadtzentrum und den Stadtteil Schwabsburg mit den Einkaufsmärkten am Niersteiner Stadtrand. Ehrenamtlicher Fahrer ist Helmut Sander (77). Er fährt eine feste Route, die Nierstein und den Stadtteil Schwabsburg bedient. "Etwa 25 Stammkunden haben wir aus Nierstein, etwa sieben kommen aus Schwabsburg", berichtet der aktive Senior. Die feste Route und verlässliche Treffpunkte – das habe sich mit der Zeit gut bewährt und eingependelt. Das Fahrzeug steht auf dem Bauhof der Stadt und wird dort auch technisch betreut.

Doch zurück zu den Anfängen des Einkaufsbusses: Im März 2011 wurde der letzte Lebensmittelmarkt im Stadtzentrum von Nierstein geschlossen. Die Discounter hatten sich außerhalb auf der grünen Wiese unweit der B 420 angesiedelt. Die Entfernung liegt bei einigen Kilometern, mit Einkäufen und einem Rollator ist das jedoch zu weit. Der Niersteiner Stadtbürgermeister Thomas Günther ergriff die Initiative. "Wir haben uns unserer Verantwortung gestellt und konnten zum Wohle der älteren Bürgerinnen und Bürger mit dem Einkaufsbus eine Lösung und Alternative zum Einkauf für Waren des täglichen Bedarfs in Nierstein anbieten", erklärte Stadtbürgermeister Günther. Am 16. Mai 2011 startete der Bus zur ersten Fahrt. Zielgruppe für den Einkaufsbus sind Personen, die alters- bzw. krankheitsbedingt nicht mehr so mobil sind.

Auch damals war Helmut Sander schon der Fahrer. "Ich habe mich beim Gesundheitsamt untersuchen lassen, es gab keine Probleme", berichtet Sander, der auf ein aktives Berufsleben als Winzer zurückblickt. Als Treffpunkt wurde der Standort des ehemaligen Lebensmittelladens im Niersteiner Stadtzentrum verabredet. Die Rollatoren können während der Einkaufsfahrt bei einem benachbarten Unternehmen geparkt werden. Vom Standort des Busses auf dem Bauhof fährt Helmut Sander erst nach Schwabsburg, dann zu den Einkaufsmärkten, von dort in das Stadtzentrum und wieder zurück. Die gesamte Fahrtsrecke beträgt etwa 20 Kilometer, die Fahrgäste haben etwa eine dreiviertel Stunde oder anderthalb Stunden Zeit für ihren Einkauf.

Das neue Fahrzeug wurde mit einer Trittstufe ausgerüstet. Sie erleichtert das Einsteigen für die älteren Fahrgäste. Acht Personen können maximal befördert werden. Wenn Helmut Sander die Fahrt nicht übernehmen kann springt ein Mitarbeiter vom Bauhof ein. "Doch das kommt nur sehr selten vor", sagt Sander, der in seinem aktiven Berufsleben schon mal 50.000 Kilometer pro Jahr fuhr. Heute verbindet er die wenige Kilometer entfernt liegenden Orte und hilft so den nicht mehr so mobilen Menschen. Und wie kam Helmut Sander zu dem Ehrenamt? "Na ja", sagt der 77-Jährige, "der Bürgermeister hat damals gefragt: Wer kann denn den Bus fahren? Und da habe ich gesagt: Ja, das kann ich machen." Und so ist es bis heute, dass der Einkaufsbus in Nierstein verlässlich mit Helmut Sander am Steuer seine Runden dreht.